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Pascholds Post

Ganz überraschend erreicht uns am Freitag, 08. Mai 2020 eine E-Mail von Herrn Paschold. Wir zitieren hier wörtlich:

Hallo Karsten Leineke,
du schreibst und verbreitest Schwachsinn und Falschinformationen auf deiner Webseite!
Gib etwas Geld aus für Windmessungen über ein Jahr auf Nabenhöhe. Das lässt du von unabhängigen Instituten durchführen. Diese, nicht von dir gesammelten Ergebnisse lässt du von zwei unterschiedlichen und unabhängigen Gutachtern auswerten. In Verbindung mit dem von dir vorgegebenen Parklayout lässt du von den Gutachtern die Erträge der von dir ausgewählten Anlagen bezogen auf den Standort berechnen. Dann bist du in der Lage mit zu reden. Bis dahin bleibt es populistischer Schwachsinn.
Diese Zeilen zur Vorgehensweise sende ich dir nicht als Geschäftsführer der Windenergie Reinhardswald GmbH, sondern als privater Unternehmer.
Falls du einen seriösen Anspruch auf Verbreitung von substanzhaltiger Information auf deiner Webseite haben solltest, such dir erfahrene Berater, oder lass es bleiben!
Ralf Paschold

Wir wollen uns gerne mit den verschiedenen Szenen dieser Nachricht auseinander setzen.

„…du schreibst und verbreitest Schwachsinn und Falschinformationen auf deiner Webseite!“

Uns ist sehr daran gelegen, dass unsere Webseite mit wertvollen und nachvollziehbaren Informationen gefüllt ist, deren Quellen jeweils zugänglich sind. In den Blog Beiträgen wie „Studie der Universität Kassel“ oder „Dürre im Wald“ beziehen wir uns beispielsweise auf wissenschaftlich fundiertes Material. Die Artikel „Der Plan B des Kai Georg Bachmann„, „Acht Männer ein Wort„, „Ralf Paschold fährt Windpark im Standgas“ und „Bachmann und Paschold im Land der Märchen“ basieren auf Pressemitteilungen, Aussagen von Ihnen selbst oder Herr Bachmann. Auch hier sind die Quellen jeweils verlinkt. Nehmen wir Bezug auf (technische) Daten, so sind auch hier jeweils die Herstellerinformationen oder Quellen zugänglich. Auf dem Youtube-Kanal von „Windpark-Reinhardswald-dagegen“ zeigen wir bislang lediglich atmosphärisch die geplanten Anlagenstandorte. Sollte uns dabei ein Fehler unterlaufen sein, so lassen Sie uns das bitte wissen. Wir denken, dass damit ein Maß an Transparenz gegeben ist, welches wir beispielsweise auf den Internetseiten der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG sehr vermissen.

„Gib etwas Geld aus für Windmessungen über ein Jahr auf Nabenhöhe.“

Diese Möglichkeit steht uns in der Tat nicht zur Verfügung. Wir wären aber sehr interessiert an den Ergebnissen der Messungen über ein Jahr auf Nabenhöhe der zwanzig Anlagenstandorte der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG, um uns mit den zu erwartenden Erträgen auseinandersetzen zu können.

„Das lässt du von unabhängigen Instituten durchführen. Diese, nicht von dir gesammelten Ergebnisse lässt du von zwei unterschiedlichen und unabhängigen Gutachtern auswerten. In Verbindung mit dem von dir vorgegebenen Parklayout lässt du von den Gutachtern die Erträge der von dir ausgewählten Anlagen bezogen auf den Standort berechnen.“

Mit dieser Vorgehensweise können viele Fehlerquellen valide ausgeschlossen werden. Gerne stellen wir auf unsere Webseite jeweils Links zu den unabhängigen Instituten sowie zu den Gutachtern als auch deren Ergebnissen ein, um hier für vorurteilsfreie Transparenz zu sorgen. Alternativ verlinken wir auf entsprechende Quellenangaben auf der Webseite der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG. Große Sorge jedoch bereitet uns die Passage „… lässt du von den Gutachtern die Erträge der VON DIR ausgewählten Anlagen bezogen auf den Standort berechnen.“. Zwingend notwendig ist die Berücksichtigung der Erträge ALLER Anlagen, um die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Windpark auf abgesicherte Füße zu stellen. Ganz aktuell gilt hier zu berücksichtigen, dass 10% der Anlagen einen neuen Standort bekommen werden, da die Bundeswehr, wie in einem HNA-Artikel aufgeführt wurde, gegen zwei Anlagenstandorte interveniert hat. Für die dann neuen Standorte sind hier möglicherweise neue Ertragswerte zu berücksichtigen.

„Dann bist du in der Lage mit zu reden.“

Auch wenn uns aktuell der Zugang zu vielen Informationen im Rahmen der Planung des Windparks im Reinhardswald nicht zugänglich sind, glauben wir, aus den Berichterstattungen der Medien, logischen Betrachtungen, wissenschaftlichen Studien und vielen anderen Quellen wertvolle Fragestellungen und Antworten formulieren zu können, die das Projekt in einen leistungsfähigen Diskurs zwischen Befürworter und Gegner stellen.

„Bis dahin bleibt es populistischer Schwachsinn.“

Ihre Einschätzung unserer Arbeit und die der Bürgerinitiativen insgesamt wird hier nicht maßlos eloquent zum Ausdruck gebracht. Zugegeben werden kann, dass die eine oder andere Überschrift in der Tat das Ziel verfolgt, ein gesteigertes Interesse beim Leser auszulösen, damit wir ihn mit unseren Information erreichen. Das ist aber weit verbreitetes journalistisches Handwerkszeug, dem wir uns hier bedienen, so dass wir Ihre Kritik nur zum Teil nachvollziehen können. Darüber hinaus sind unsere Beiträge, wie schon weiter oben angeführt, weitestgehende versehen mit Angaben und Verlinkungen unserer Quellen, so dass auch der Leser darauf zurückgreifen kann.

„Diese Zeilen zur Vorgehensweise sende ich dir nicht als Geschäftsführer der Windenergie Reinhardswald GmbH, sondern als privater Unternehmer.“

Wir, wie auch sicher Ihre Geschäfts- und Projekt-Partner, halten diesen Hinweis für sehr wichtig. Ein unabgestimmter Auftritt dieser Art ohne Einbindung der Projektpartner aus der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG, namentlich Energiegenossenschaft Reinhardswald, Städtische Werke Kassel, Bürgerenergiegenossenschaften eG, EAM Natur GmbH, Stadtwerke Eschwege und die Kommunen Fuldatal, Trendelburg, Grebenstein sowie Immenhausen, wäre sicher ein Fauxpas mit Klärungsbedarf.

Ein private Nachricht von Herrn Ralf Paschold an Herrn Karsten Leineke hätten wir hier sicher nicht der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung Preis gegeben. Da Sie sich als „privater Unternehmer“ jedoch an „Windpark-Reinhardswald-dagegen“ gewendet haben, halten wir die Nutzung der zugesandten Informationen und Kritikpunkte für eine bereichernde Facette der Diskussion um den Windpark Reinhardswald.

„Falls du einen seriösen Anspruch auf Verbreitung von substanzhaltiger Information auf deiner Webseite haben solltest, such dir erfahrene Berater, oder lass es bleiben!“

Der gewünschte Anspruch der Verbreitung substanzieller Informationen ist unser Anliegen. Betrachten Sie es als sportliche Auseinandersetzung mit dem Ziel, ein bestmögliches Ergebnis unter Berücksichtigung aller Notwendigkeiten zu erreichen, eingeschlossen der Möglichkeit, dass die Umsetzung eine Windparkprojektes im Reinhardswald nicht abbildbar ist. Wir werden es „nicht bleiben lassen“.

„… du schreibst …“

Sehr geehrter Herr Paschold, bitte bewahren sie die Contenance. Die richtige Anrede in diesem Kontext ist „Sie“ sowie „Karsten Leineke“ oder „Herr Leineke“. Wir gehen nicht gemeinsam Campen, zur Jagd, zum Segeln oder trinken Wein auf der Terrasse. Lassen Sie uns bei einem förmlichen, erwachsenen und respektvollen Umgang bleiben.