Einwendung – wie geht das eigentlich?

Karsten Leineke Portrait Holzstapel

Viele Menschen wissen nicht, wie sie an den Start gehen sollen. Kann ich das überhaupt so schreiben? Reichen meine Bedenken? Muss ich formell etwas beachten? … sind Dinge, die einem da so durch den Kopf gehen.

Wir sagen: machen!

Ein Freund des Reinhardswaldes hat es uns ermöglicht, seine Einwendung gegen den Bau der Windkraftanlagen auf den Windvorrangflächen KS04a und KS04b hier öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Damit wollen wir den sich Fürchtenden und Besorgten die letzte Angst nehmen, die Einwendungsphase beim Regierungspräsidium Kassel, die noch bis zum 04.01.2021 läuft, zum Schutzes des Reinhardswaldes zu nutzen:

Regierungspräsidium Kassel
Dezernat 33.1
Genehmigungsverfahren Reinhardswald KS 4a / 4b
Am Alten Stadtschloss 1
34117 Kassel

Ort, Datum

Meine Stellungnahme: Bau von Windkraftanlagen im Reinhardswald, Nordhessen

Sehr geehrte Damen und Herren,
Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet soll zum Wind-Industriegebiet werden? BITTE GENEHMIGEN SIE DAS NICHT!
Unbestritten leisten erneuerbare Energien einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und damit zur Reduzierung des sog. „Treibhauseffekts“. Dennoch darf dieses doch nicht zu einem unkritischen Scheuklappendenken führen, denn jedes energieliefernde System bringt auch Nachteile mit sich und verbraucht in jedem Fall Ressourcen auf unserem Planeten!
Insbesondere die Windkraft birgt aber – insbesondere was die Bemühungen um ein Bremsen der Erderwärmung betrifft – sogar sehr große Nachteile in sich:
I.
Windräder beeinflussen das Mikroklima und FÖRDERN die Erderwärmung durch die Umwälzung der natürlichen erdnahen Temperaturschichten und die Reduzierung der Windgeschwindigkeit im Lee (Windschatten) der Windparks! Windräder erzeugen aus
kinetischer Windenergie Strom und „rauben“ somit der Atmosphäre diese Bewegungsenergie! Der Energieentzug kann bei einzelnen Windrädern bis zu 40 % der Windströmung betragen, bei Windparks mit mehreren Anlagen liegt der Wert pro Generator mit 26 % deutlich darunter, da die einzelnen Generatoren sich einander gegenseitig den
Wind abschneiden. Insgesamt aber verringert sich die Windgeschwindigkeit dadurch dauerhaft. Der Luftmassenaustausch wird reduziert. Die Luftmassen können längere Zeit über einem Gebiet liegen und sich dadurch stärker erwärmen!

(vgl. Lee Miller & David Keith: Climatic impacts of wind power, Joule 2, 1–15 December 19, 2018 )
Die wohl bedeutendste Kernaussage der Studie „Climatic impacts of wind power“ lautet, dass der durch Windparks verursachte globale Temperaturanstieg die durch Maßnahmen der CO2-Senkung erhoffte Umkehrwirkung auf den Klimawandel um über ein Jahrhundert zurückwerfen könnte!
II.
Die Energiedichte von Windparks ist gering! Windparks haben nur ca. ein Zehntel der Energiedichte von Solarparks, d. h. sie benötigen deutlich mehr Fläche, um die gleiche Energiemenge zu erzeugen! Der Ressourcenverbrauch der angeblich „sauberen“ Riesen an
der Erdoberfläche ist also sehr hoch, die Energiedichte gering. Wenn wir also hauptsächlich auf Windenergie setzen, ist der Flächenverbrauch sehr hoch – und paradoxerweise auch der damit verbundene Temperaturanstieg! (s. I.)
III.
Windräder benötigen mehrere Meter tiefe Fundamente aus Stahlbeton! Um die Teile – die nach Gebrauch reiner Sondermüll sind! – dorthin transportieren zu können, müssen entsprechende Straßen gebaut werden! Alleine dafür wird bereits 1000jährige Natur- und
Kulturlandschaft (mit entsprechenden Funden) NACHHALTIG zerstört, Anwohner entsprechend durch Emissionen (Lärm, Abgase etc.) belästigt!
IV.
Windräder gefährden wertvoller Insekten, Vögel und Fledermäuse.
V.
Die gesundheitlichen Folgen durch Infraschall für die Anwohner (Mensch UND Tier!) aus sind nach wie vor nicht ansatzweise erforscht! Mir ist persönlich ein tragischer Fall bekannt, der darauf zurückzuführen ist!
VI.
Windriesen verschandeln auch optisch die Landschaft. Die Ausstrahlungskraft vom „Dornröschenschloß“ Sababurg ist in Gefahr!

Wir zerstören also in jeglicher Hinsicht und nachhaltig intakte Umwelt für eine höchst ineffiziente Form der Energiegewinnung! Ich bitte Sie, dieses wenigstens im Reinhardswald und der Region nicht zuzulassen!
Niemand käme auf die Idee, so etwas im Bayerischen Wald zu tun! Warum also hier? Weil der Reinhardswald keine Lobby hat? Weil die Region sowieso „strukturschwach“ und somit weniger schützenswert ist?!
Läge es dann nicht an Ihnen, dafür zu sorgen, dass dieser einzigartige 1000-jährige Wald und die gesamte Region entsprechend geschützt werden und man das dann nutzt, um die Region national
und international stärker bekannt zu machen? Das ist doch hier nicht weniger schön, als das bayerische Pendant!
Das funktioniert aber nur, wenn Sie diese einzigartige Kulturlandschaft in ihrer jetzigen Gestalt erhalten – sprich OHNE Wind-Industriegebiet!
Denn wer will dort noch hin, wenn die gesamte Landschaft verschandelt ist und keine Ruhe – weder für‘s Auge, noch für‘s Ohr – mehr bietet?! Was sollen die Menschen, die im Tourismus-Bereich eine Arbeit haben dann aber machen?

Es liegt in Ihrer Verantwortung, diese wunderschöne und in vielerlei Hinsicht wertvolle Region auch für nachfolgende Generationen in ihrem JETZIGEN Zustand zu erhalten – OHNE gigantische Windräder!

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang meiner Stellungnahme schriftlich, gerne auch per Email: klausmustermann@musterhaus.de Vielen Dank!
Ich hoffe, dass auch ich dazu beitragen konnte, Sie davon zu überzeugen, dass der Bau der Windkraft-Industrieanlage im Reinhardswald keine gute Idee ist und schließlich NICHT genehmigt
wird.
Mit freundlichen Grüßen

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