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Lesenswert: Interview mit Jonathan Franzen

Ein absolut lesenswerter Artikel auf RiffReporter zum Interview mit Jonathan Franzen über birdwatching, den Konflikt mit Klimaschützern und die Zukunft der Natur.

Link zum Artikel auf RiffReporter

Der Artikel spricht uns aus der Seele. Naturschutz und Klimaschutz sind keine Spiele von Kompensationszusammenhängen und Kosten-/ Schaden-/ Nutzenbetrachtungen.

„Mit das Wichtigste ist es jetzt, jungen Menschen ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie sich ein wilder Ort anfühlt.“ – Zitat Jonathan Franzen

Wir brauchen ein individuelles wie kollektives Erlebnis, in dem wir Natur wieder spürbar machen und in unsere Lebens-, Arbeits- und Freizeitbereiche integrieren.

„… sondern ob wir das Recht haben, den Planeten völlig nach unseren Bedürfnissen auszurichten und ihn letztlich zu zerstören. Was gibt uns das Recht, der Erde das anzutun? Das sind ethische Fragen, die wir meiner Meinung nach laut und deutlich und immer wieder stellen sollten.“ – Zitat Jonathan Franzen

Somit entstehen Wege, Lösungskorridore für beispielsweise Klima- und Energieprobleme nicht mehr ausschließliche in technologischen Leistungen zu suchen, sondern Verzicht auf (Energie-)Verbrauch und einen grundlegend ethischen Rückzug aus der Natur für rational logische Ansätze zu halten.

Der Zugriff auf den Naturpark Reinhardswald als Ressort zur Energiegewinnung wäre damit vom Tisch.

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RiffReporter
Jonathan Franzen
Jonathan Franzen (Wikipedia)

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Blog Naturschutz

Rasen mähen kann jeder

Vor dem zurück liegenden heißen Sommerwochenende mit Temperaturen von über 30°C hat Waldexperte Peter Wohlleben in seiner Instagram Story dafür plädiert, den Rasen nicht zu kurz zu schneiden.

Jeder Hobby- und Profigärtner ist sofort im Bilde: ein zu kurz gemähter Rasen verbrennt in der heißen Sommersonne und wird zur staubigen Wüste.

Wohlleben erklärt die Zusammenhänge: ein höher stehender Rasen speichert in der Nacht mehr Feuchtigkeit, kühle Luft hält sich stabiler im hohen Grün und die langen Halme spenden am Tag eine Menge Schatten, um den Boden vor Austrocknung zu schützen. Ist auch alles klar, kaum jemand hätte diese Erklärung benötigt.

Vergisst nur jeder, wenn es um den Wald geht. Dieser ist auch nur eine Art „Rasen“ auf der Erdoberfläche. Nur eben ein bisschen höher. Erfüllt aber die gleiche Funktion: feuchtes Klima halten, die Oberfläche vor Austrocknung schützen und Schatten spenden.

Die breiten Schneisen für die Zuwegungen, die notwendigen Flächen für den Aufbau und Betrieb von Windkraftanlagen wie auch deren vertikale Verwirbelung der unteren Luftschichten bilden große Einfallstore für Wärme, Austrocknung und Sturmschäden. Somit wird der Wald ganz unmittelbar durch die Nutzung als Windpark geschwächt und geschädigt. Kommen weitere Aspekte wie Schädlinge oder fehlender Niederschlag hinzu, sind Verluste intakter Waldstruktur die Folge.

Windkraftanlagen im Walden schwächen und schädigen diesen vom ersten Tag an.

Der gebetsmühlenartig wiederholte Zusammenhang, dass die reduzierten CO2 Emissionen durch den Einsatz von Windkraftanlagen das Klima und den Wald retten, greift erst nach über 100 Jahren, wie Studien belegen (siehe „Dürre im Wald„).

Wir brauchen den Wald! Jetzt! Als Klimaschützer!

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Blog Politik

Wald bleibt Wald

Die Berichterstattung in den Medien geht kuriose Wege. In Bild und Text wird ein durch Borkenkäfer und Windbruch geschädigter Reinhardswald in die Köpfe der Menschen transportiert, dessen Wert derart erniedrigt scheinen soll, dass sich der Bau von mehreren Windparks im Reinhardswald im Handumdrehen rechtfertigen lässt.

Beides ist falsch. Es ist falsch, dass der Reinhardswald einer Wüste gleich seinem Baumbestand entledigt ist und es ist falsch, dass ein wie auch immer gearteter Zustand des Waldes eine Bebauung mit Windparks zulässt. Wald bleibt Wald.

In Artikeln wie „Der Reinhardswald ist keine Wüste„, „Märchenwald Reinhardswald“ oder „Geplanter Standort der WKA 11“ zeigen wir den Reinhardswald in seiner Beständigkeit im Sommer 2020.

Wir konnten Schützer und Botschafter des Reinhardswaldes wie

Harald Wegener (Bürgermeister Hann. Münden),
Fred Dettmar (Bürgermeister Reinhardshagen),
Bernhard Klug (Bürgermeister Trendelburg a.D. und Landesvorsitzender Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Hessen e.V.)
Hermann-Josef Rapp (stellv. Forstamtsleiter Forstamt Reinhardshagen a.D. oder auch bekannt als „Die Stimme des Reinhardswaldes“)

Die Freie Wähler-Fraktion des Landkreis Kassel mit ihrer Fraktionsvorsitzenden
Dr. Bärbel Mlasowsky (Zierenberg)
Albert Kauffeld (stellv. Bürgermeister Reinhardshagen)
Bruno Leck (Schauenburg)
Irmgard Croll (Calden)
Gerhard Niemeyer (FWG Trendelburg)

gewinnen, um an verschiedenen geplanten Windkraftanlagenstandorten aufzuzeigen, dass der Reinhardswald regenerationsstark, lebhaft und kraftvoll ist.

Harald Wegener am geplanten Standort der WKA 15

„Bürgermeister Harald Wegener, Hann. Münden, sieht sich einer Wertegemeinschaft zugehörig, um die so wichtigen Naherholungsfunktionen des gesamten Reinhardswaldes zu erhalten. Dazu ist er bereit, die Nachbarn seiner Kommune zu unterstützen, weil Naturschutz keine Grenzen kennt. Einziges Ziel muss die nachhaltige Aufforstung unserer Wälder sein, die nach Stürmen, Dürre und Käferbefall gelitten haben.
Eine finanzielle Ausbeutung des Waldes steht diesem Ziel entgegen und muss mit Nachdruck verhindert werden.“

Harald Wegener, Bürgermeister Hann. Münden

Fred Dettmar am geplanten Standort der WKA 20

„Der Wald leidet, aber lebt und er braucht unsere Hilfe nicht unbedingt.

Naturverjüngung schafft er alleine, Wiederaufforstung ist unsere Aufgabe.

Was er definitiv nicht braucht ist die zusätzliche Belastung und Versiegelung durch Windräder und Zufahrtsstraßen.

Gemeinsam dagegen – für unseren Wald

Fred Dettmar, Bürgermeister Reinhardshagen

Bernhard Klug am geplanten Standort der WKA 19

„Es ist höchste Zeit, den Wald nicht als Spielwiese für Windkraft zu betrachten. Seine Funktion als CO² Speicher ist überlebenswichtig für uns.
Deshalb ist eine gut durchdachte Aufforstung von Brachflächen mit klimaverträglichen Bäumen wesentlich wirksamer als es eine Windenergieanlage jemals sein kann!“

Bernhard Klug, Bürgermeister a.D.
Landesvorsitzender Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Hessen e.V. (SDW Hessen)

Hermann Josef Rapp am Wanderparkplatz Forstscheid (kein WKA Standort)

„Der Reinhardswald hat durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer schwerste Schäden erlitten.
Er braucht nun Sachverstand, Investitionen und Ruhe, um wieder die volle Leistungskraft zum Wohle aller Bürger zu erlangen und keine neuen Wunden durch den Bau riesiger Windräder.“

Hermann-Josef Rapp, stellv. Forstamtsleiter Forstamt Reinhardshagen a.D. oder auch bekannt als „Die Stimme des Reinhardswaldes“

FW-Kreistagsfraktion mit Gerhard Niemeyer von der FWG Trendelburg am geplanten Standort der WKA 11

„Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler die schon seit Jahren im Kreistag aber auch außerhalb gegen die Zerstörung des Reinhardswaldes kämpft hat sich unter sachkundiger Führung von Karsten Leineke ein Bild vor Ort einer geplanten Windkraftanlage gemacht.
Sie fühlt sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass sich der Wald auch nach Windwurf und Borkenkäferbefall wieder regeneriert.
Es wäre nicht wieder gutzumachen, würde dieses „Schatzhaus der Europäischen Wälder „ durch große Windkraftanlagen mit entsprechenden Zuwegungen zerstört.
Auch wurde klar angesprochen, dass die geplanten Anlagen auf dem Hahneberg/Langenberg nur der Anfang der Zerstörung des größten zusammenhängenden hessischen Waldgebietes wäre.
Völliges Unverständnis haben die Freie Wähler, die sich nur dem Bürgerwillen verpflichtet fühlen, dass regionale Parteivertreter bereit sind den Lebens-und Naturraum der Menschen, die ihnen ein Mandat auf Zeit gegeben haben, so nachhaltig zu zerstören.“

Bruno Leck, Gerhard Niemeyer, Albert Kauffeld, Bärbel Mlasowsky, Irmgard Croll, FWG Fraktion Kreistag und Trendelburg
Sonja Erler und Karsten Leineke am Standort WKA 13

Sonja Erler und Karsten Leineke von „Windpark Reinhardswald – dagegen!“ am geplanten Standort der WKA 13

„Der Reinhardswald ist kein zerstörtes Areal, welches bedenkenlos wirtschaftlichen Interessen zugeführt werden darf.
Der Reinhardswald lebt, der Reinhardswald blüht und der Reinhardswald ist nach wie vor eines der wertvollsten und potentialreichsten Waldgebiete Deutschlands für Pflanzen, für Tiere und den Menschen.
Starke Bündnisse und starken Stimmen sind gefragt, um alle an der Umsetzung möglicher Windparks beteiligte Menschen umzustimmen und zur Besonnenheit wie zur Wertschätzung der Region und der Natur zu führen.“

Sonja Erler und Karsten Leineke
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Blog Naturschutz

Der Reinhardswald ist keine Wüste

Der Reinhardswald ist keine durch den Borkenkäfer und Windbruch geschaffene Wüste, die dem Bau von Windparks dienlich ist!
Der Reinhardswald braucht „Aufforstung mit klugem Sachverstand“, wie Pfarrer Christian Trappe aus Lippoldsberg in seiner Rede anlässlich der Demo in Trendelburg ausführte.

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Blog Unseriös

Unseriös! Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber rettet die Natur

Aus der Rubrik „Unseriös“:

Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber rettet die Natur! Leider lediglich vor der eigenen Haustüre, der Reinhardswald ist ja weit weg und verspricht möglicherweise subventionierte Gewinne.

Im Zusammenhang mit dem möglichen Neubau der Güterzugstrecke Kurve Kassel äußert sich Karsten Schreiber folgendermaßen:

„Es darf nicht sein, dass intakte Landschaft und Natur zerstört und betroffene Bürger neben der zerstörten Landschaft auch einem erhöhten Maß an Lärm ausgesetzt werden“, heißt es in dem Schreiben. „Wir werden es am Ende mit einer total zerpflückten Landschaft zu tun haben“, sagt Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU).

Link zum HNA Artikel vom 09.02.2019

Zum Hintergrund: Die Gemeinde Fuldatal ist Mitglied in der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG und damit Teil begeisterter Windparkbauer und -teilhaber im Reinhardswald. Schade, dass wir von ihm im Kampf gegen die Bebauung der vom Land Hessen ausgewiesenen Vorrangflächen nicht ebenfalls immer wieder den Satz hören „Wir werden es am Ende mit einer total zerpflückten Landschaft zu tun haben„.

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Blog Naturschutz

Aufforstung ist die richtige Antwort

Beim Betreten des Reinhardswaldes sehen wir weitreichende Schäden durch Windbruch und den Borkenkäfer in den Fichtenwälder.

Unsere Videos der geplanten Windkraftanlagenstandorte zeigen häufig diese Situation.

Die Befürworter von Bauvorhaben der Windparkprojekte im Wald unterliegen häufig der Argumentation, dass die ohnehin geschädigten und geschlagenen Flächen für den Anlagenbau zur Verfügung stehen können, ohne dass Bestandswald gerodet werden muss.

Das ist eine völlig falsche Schlussvolgerung!

Diese Flächen müssen zwingend und dringend einer schnellen und gut abgestimmten Aufforstung zugeführt werden. Die lichten Stellen im Wald, egal ob durch Windbruch, Borkenkäfer oder Windkraftnutzung entstanden, sind gefährliche Angriffsflächen an kommenden Starkwindtagen, sorgen für eine Austrocknung durch direkte Sonneneinstrahlung und den Wind, erhöhen die Temperatur im Wald zusätzlich, gefährden die Grundwasserbildung und Trinkwassergewinnung, stehen als Lebensraum für viele Tiere des Waldes nicht mehr zur Verfügung und verändern das bodennahe Waldklima (Unterschätztes Mikroklima – Spiegel.de) massiv.

Kein Windkraftanlagenbau in geschädigten Wäldern! Aufforstung, Naturschutz und Lebensraumwiedergewinnung ist die richtig Antwort!

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Blog Politik

Der Reinhardswald braucht dich!

Der Reinhardswald braucht dich! Wir sind überzeugt davon,
dass viele Menschen aus der Region und darüber hinaus „ihren“
Reinhardswald für einen überaus schützenswerten Lebensbereich für Tiere, Menschen und Pflanzen halten.

Für die Gesetzgebung und die Planung von Lebensraum ist es für uns ganz selbstverständlich, dass beispielsweise unsere Altstädte erhaltenswert sind und nicht durch beliebe Infrastrukturmaßnahmen oder architektonische Abwandlungen beeinflusst werden dürfen.

Weil für den Menschen dadurch ausstrahlungsstarke, befriedende und genüsslich Lebensräume entstehen.

So trennen wir auch Industriegebiete von Wohngebieten und vieles mehr.

Weil für Menschen damit klar erkennbare Orte entstehen, die einen hohen Wert für Leben, Freizeit, Arbeit, Regeneration und Genuss darstellen.

Genau deswegen braucht es den Reflex, die Logik, das Verständnis wie auch flächendeckende Regelungen, dass die wertvollsten Wald und Naturgebiete unseres Landes ganz unverändert und natürlich einen klar erkennbaren Lebensraum für Tiere, Menschen und Pflanzen darstellen, der kein Ort für wirtschaftlich Interessen, Gewinnaussichten oder auch insgesamt notwendige Technologien der Energiewende ist.

Auf der Facebook-Seite von Gero Lenhardt / Mein Reinhardswald war
kürzlich folgendes Zitat zu finden:

Als der Wald zum nachwachsenden Rohstoff wurde, verrohte das Verständnis für den Wald.
(Klaus Ender)

Unsere Entscheidung ist relevant für viele Jahre, viele Jahrzehnte und Jahrhunderte.

Aber jetzt zurück zum Titel des Beitrags: der (Reinhards-)Wald
braucht dich als sichtbaren Teil der Verantwortung gegenüber diesem Naturgebiet! In irgendeiner Form. Aktiv oder passiv. Es gibt so viele Möglichkeiten! Wer sich an der konkreten Mitarbeit, an den Versammlungen und Demonstration nicht beteiligen kann der hat doch immer auch die Möglichkeit online an Petionen teilzunehmen oder die
Facebook- und Twitter-Kanäle der Bürgerinitiativen wie
Windpark Reinhardswald – dagegen„, „Rettet den Reinhardswald„,
Pro Märchenland„, „Bürgerinitiative Pro Reinhardswald„,
Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald“ der „Schutzgemeinschaft
Deutscher Wald
“ oder anderen für die eigene Zustimmung zu nutzen.
Wenn möglich entscheiden Sie sich nicht für eine dieser Bürgerinitiativen sondern für alle.
Es ist ein Unterschied, ob diese in der öffentlichen
Wahrnehmung, in der Wahrnehmung der Presse oder der Gesetzgeber
mit 100, 1.000 oder 10.000 Unterstützern sichtbar sind.

Macht mit! Jetzt!